< Kolpingfamilie Limburg: Geschichte

GESCHICHTE DER KOLPINGFAMILIE

LIMBURG

Von Rudi Zwiener, Vorsitzender
Neun Jahre nach Gründung des ersten Gesellenvereins durch Adolph Kolping in Köln am 6. Mai 1849 wurde in Limburg die bis dahin bestehende Jünglings-Sodalität - es kamen noch einige Männer hinzu - nach dem Vorbild dieser "Kolpingschen Gesellenvereine" zum "Katholischen Gesellenverein" umgestaltet.

1862 konnte die erste Fahne geweiht werden.

1863 besuchte Adolph Kolping den Limburger Gesellenverein im damaligen Versammlungslokal der "Witzelsburg" auf der Nonnenmauer.

Der Verein erlebte eine große Blüte. Fast an jedem Abend traf man sich zu Unterrichts- oder Gesangsabenden, zu Theaterproben oder geselligem Beisammensein. Religionsvorträge am Sonntagvonnittag sorgten für die nötige geistige Ausrichtung in den Wirren der damaligen Zeit. Eine Gesellen-Sparkasse wurde gegründet, man sorgte sich um die ordentliche Beherbung der durchreisenden und zugereisten Gesellen.

1878 besuchte Generalpräses Schäffer den Limburger Verein. 1882 wurde eine Gesellen-Bibliothek gegründet.

1883 konnte der Limburger Gesellenverein auf 25 Jahre erfolgreiche Arbeit zurückblicken.

1884 entstand der "Rauchclub", der den Bereich "Frohsinn und Scherz" abdeckte.

1886 konnte das "Alte Amtshaus" vom Gesellenverein erworben werden; zum 30jährigen Stiftungsfest wurde es 1888 durch Weihe zum "Gesellenhaus".

Bis hinein in die Wirren der Zeit leistete der Katholische Gesellenverein fruchtbare Arbeit. Im Dritten Reich gab es immer wieder Schwierigkeiten mit den damaligen Machthabern.

Wir denken gerade heute 50 Jahre zurück. Die älteren Mitglieder haben den Deutschen Gesellentag in München mit den schweren Zusammenstößen, dem Verbot von Umzügen und das Tragen der Vereinsabzeichens, noch in guter Erinnerung. Es war aber auch das Jahr des 75jährigen Bestehens des Limburger Gesellenvereins. Dieser damals größte und älteste Verein der Bischofsstadt mit weit über 400 Mitgliedern lud zum Diözesantag nach Limburg ein. Pontifikalamt mit Festpredigt von Generalpräses Hürth, Marsch durch die Stadt mit Kundgebung und abendlichem Festabend im St. Georgshof wurden kurzfristig verboten. Übrig blieb eine stille hl. Messe im Dom, und anschließend saß man im Gesellengarten zusammen. Keine Rede durfte gehalten und kein Lied gesungen werden. Der Saal des Kolpinghauses wurde für Veranstaltungen unter dem V orwand, daß er nicht den Bauvorschriften entspreche, gesperrt. Es kam das Verbot der Doppelmitgliedschaft in Arbeitsfront und konfessionellen Vereinen. Das Kassenbuch weist die letzte Eintragung 1939 auf und dann die erste wieder im Jahre 1946.

Nach dem Krieg galt es den Verein neu aufzubauen. Der Krieg hatte auch in der Kolpingfamilie tiefe Wunden hinterlassen. Die Veran-staltungen wurden wieder aufgenommen, das Gesellenhaus renoviert. Einkehrtage wurden abgehalten. Unvergeßlich auch die Feierlichkeiten zum 90-,100- und 120jährigen Bestehen. Bildungskurse, Familienwochenenden und Diskussionen wollten den Mitgliedern, aber auch vielen Gästen, mehr Lebensqualität vennitteln.

So auch in diesem Jubiläumsjahr, wo es darum geht, die Probleme unserer Stadt, in der Kolpings Werk seit 125 Jahren besteht, näher kennenzulernen, sich mit ihnen zu befassen und zu versuchen, Hilfen anzubieten.

Dokumente zum Thema

Kolpinggedenktag 1997:
Gedanken aus Anlass 50- und 25-iähriger Ehrungen beim Kolpinggedenktag 1997


Rudi Zwiener:
Rede zur 125. Geburtstagsfeier der Kolpingfamilie Limburg im Jahre 1983


Diösesan-Kolpingtreffen am 6. Mai 1979:
120 Jahre Kolpingfamilie in Limburg


Nassauer Bote vom 27. März 1957:
Bericht zur Jahreshauptversammlung 1957

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